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MTV Mainz 1817 startet in den 200. Geburtstag mit Akademischer Feier / Zahlreiche Festreden und Sportbeiträge

200 Jahre MTV Artikel AZ MainzMAINZ - „Der Verein, der bewegt!“ – so lautet der Slogan, mit dem der Mainzer Turnverein von 1817 auf seinem Briefkopf wirbt. Und dieses Motto trifft den Nagel auf den Kopf. Mit einer Akademischen Feier im historischen Ambiente des Frankfurter Hofs eröffnete der MTV gestern offiziell das Jahr seines 200-jährigen Jubiläums – eines einzigartigen Jubiläums im Bundesland.

 „Wir sind der älteste Turnverein in Rheinland-Pfalz und zweit- oder vielleicht drittältester Turnverein in Deutschland“, machte 1817-Vorsitzender Rüdiger Ulrich vor knapp 350 geladenen Gästen bei der mit eleganter Sportgymnastik, turnerischer Dynamik am Boden sowie Power und Spaß am Barren angereicherten Veranstaltung deutlich. Seit Anbeginn, als in den Zehnerjahren des 19. Jahrhunderts erstmals regelmäßig junge Menschen zusammentrafen, um sich in der Jahnschen Turnkunst zu versuchen, ist dieser Verein ein Klub, der die Menschen ordentlich in Bewegung bringt. In seiner launig-humorvollen Festrede schlug Ulrich den Boden von den wechselhaften Anfängen im politischen deutschen Einheitsgewirr über all das, was der MTV durchlebt, was ihn geprägt hat, was ihn auszeichnet und welche Visionen er für die Zukunft hat.

Mit 1550 Mitgliedern zählt der Traditionsklub von der Schillstraße zwar nicht zu den Top-Ten der mitgliederstärksten Vereine in Rheinland-Pfalz. Doch die Basisarbeit, die hier seit Generationen in der bevölkerungsreichen Oberstadt geleistet wird, ist Gold wert. In den Sportarten Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Badminton, Tennis, Fechten und Kegeln gehen die sportiven Protagonisten ebenso mit Verve zur Sache wie in der ältesten Abteilung, dem, Turnen.

Vereine wie der MTV 1817 seien „Ausdruck der Demokratie“, sagte Sportstaatssekretär Günter Kern, der den 17ern als alter Faustballer besonders verbunden ist. „Sie schaffen als bürgernahes und echtes soziales Netzwerk einen Ort des Austauschs, an dem man sich mitteilt und Freunde findet.“ Sportdezernent Günter Beck und der eigens aus Bayern angereiste Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turnerbundes, würdigten ebenso die wertvollen Verdienste der 17er. Hölzl sprach vom MTV als einem „Zukunftsmodell“, weil er unter anderem „die Chance für bürgerschaftliches Engagement eröffne“ und überreichte Rüdiger Ulrich ein einzigartiges Fahnenband. „Der MTV 1817 ist ein toller, lebendiger, lebensfroher und ganz moderner Verein, der sich durch Idealismus und Verantwortungsbewusstsein auszeichne, betonte Petra Regelin, Vize-Präsidentin des Rheinhessischen Turnerbundes. „Hier wird nicht geprotzt, hier wird schlichtweg gearbeitet – und hier geht es immer nur ums Gemeinwohl.“ Der MTV 1817 sei „ein wichtiger Player in der Mainzer Sportlandschaft“.

Magnus Schneider, LSB-Vizepräsident und Präsident des Sportbundes Rheinhessen, überreichte Rüdiger Ulrich diverse Präsente – unter anderem die LSB-Sportplakette und 1000 Euro von der Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz – und riss die Besucher mit einem locker-flockigen Auftritt mit kabarettistischen Zügen von den Sitzen. Außerdem verlieh Schneider dem rührigen Handball-Abteilungsleiter Ansgar Kerckhoff die Sportbund-Ehrennadel.

foto: hbz/Judith Wallerius